„Deutschland, siehst du das nicht?“: Große Resonanz auf musikalische Lesungen im Rhein-Kreis Neuss

„Deutschland, siehst du das nicht?“: Große Resonanz auf musikalische Lesungen im Rhein-Kreis Neuss

11 Feb 2026

Rhein-Kreis Neuss - Mit großer Beteiligung und nachhaltiger Wirkung fanden jetzt mehrere Aufführungen der musikalischen Lesung „Deutschland, siehst du das nicht? – Untergang der Weimarer Republik“ im Rhein-Kreis Neuss statt. Das renommierte Ensemble OPUS 45 und der Schauspieler Roman Knižka gastierten auf Einladung des Rhein-Kreises Neuss zum dritten Mal in der Region und erreichten dabei ein breites Publikum aller Generationen.

„Gerade junge Menschen müssen erfahren, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist. Formate wie diese musikalischen Lesungen ermöglichen einen emotionalen und zugleich reflektierten Zugang zur Geschichte und zeigen eindrucksvoll, welche Verantwortung jede Generation trägt, unsere demokratischen Werte zu schützen“, so Kreisdirektor Dirk Brügge beim Auftakt, einem Abendkonzert im Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich. 210 Gäste waren dabei. Im Umfeld des Holocaust-Gedenktags setzte die Veranstaltung ein eindrucksvolles Zeichen für Erinnerungskultur, historisches Bewusstsein und demokratische Verantwortung.

Ergänzt wurde das Konzert durch zwei andere Veranstaltungen. Daran nahmen rund 150 Schülerinnen und Schüler im Marie-Curie-Gymnasium in Neuss teil. Zudem besuchten 370 Jugendliche das Konzert im Pascal-Gymnasium in Grevenbroich. Teilgenommen haben dort Schülerinnen und Schüler des Pascal-Gymnasiums, des Erasmus-Gymnasiums sowie der Wilhelm-von-Humboldt-Gesamtschule.

Die musikalischen Lesungen führten eindringlich in die letzten Jahre der Weimarer Republik – eine Zeit geprägt von Weltwirtschaftskrise, sozialer Not, politischer Radikalisierung und dem schrittweisen Abbau demokratischer Strukturen. Literarische Texte, Zeitzeugnisse und Musik verbanden sich zu einem künstlerischen Gesamtbild, das eindrucksvoll verdeutlichte, wie verletzlich demokratische Systeme sind.

Zu hören waren Texte unter anderem von Bertolt Brecht, Erich Kästner, Mascha Kaléko und Kurt Tucholsky sowie Musik von Hanns Eisler, Kurt Weill und Erwin Schulhoff, ergänzt durch Tanz- und Unterhaltungsmusik der 1920er- und 1930er-Jahre. Ein regionaler Bezug zeigte zudem, wie die politischen Umbrüche jener Zeit auch im heutigen Rhein-Kreis Neuss wahrgenommen wurden.

Besonders eindrucksvoll wirkten bei den Schülerkonzerten die persönlichen Worte von Roman Knižka, der sich direkt an die Jugendlichen wandte. Er machte deutlich, welche Verantwortung der jungen Generation für die Zukunft der Demokratie zukommt, und betonte, dass Wegschauen keine Option sei: Demokratie müsse aktiv verteidigt werden – durch Haltung, Zivilcourage und das Eintreten für Menschlichkeit. Im Anschluss nutzten viele Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit zum Austausch mit den Künstlern und zeigten großes Interesse an den historischen und aktuellen Bezügen des Programms.

Auch die Schulleitung des Pascal-Gymnasiums zeigte sich begeistert von dem Angebot. Als UNESCO-Projektschule, deren Bildungsauftrag ausdrücklich die Demokratieförderung umfasst, wurde die musikalische Lesung dort als besonders wertvoller Beitrag zur politischen Bildung und zur gelebten Erinnerungskultur hervorgehoben. Für ihr außergewöhnliches Engagement in der historisch-politischen Arbeit wurden OPUS 45 und Roman Knižka 2025 mit dem Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee ausgezeichnet.

Quelle-Foto: Rhein-Kreis Neuss/W. Walter, Roman Knižka und das Ensemble OPUS 45 gestalteten auf Einladung des Kreises die musikalischen Lesungen „Deutschland, siehst du das nicht? – Untergang der Weimarer Republik“.

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